Zwetschgenkuchen mit Zimtstreuseln

“Oh, jetzt habe ich aber Kaffeedurst!”

Kaffeedurst ist eines meiner Lieblingsworte. Geprägt von meiner Oma, die diesen seit mindestens 30 Jahren (davor war ich noch nicht anwesend um das bestätigen zu können) nach dem morgendlichen Schwimmen in unbändiger Form verspürt, begleitet es mich in jedes Café, zu allen Frühstücksfeierlichkeiten und, vor allem, bei jedem Stück Kuchen, das seinen Weg auf meinen Teller findet. Kaffee und Kuchen gehören eben zusammen wie Batje und Gouda – und Kaffeedurst bedeutet Kuchenhunger.

Als ich gestern selber im Hallenbad meine Bahnen geschwommen bin, habe ich an meine Oma gedacht. Genauso wie sie bin ich lieber im Wasser als an Land, wäre in Schimmbädern aber am allerliebsten unsichtbar, um den gefürchteten Gesprächen über Jan, Allemann und das Tagesgeschehen Wuppertal-Langerfelds, eventuell auch der südlichen Teile Wuppertal-Heckinghausens, zu entgehen. Gut wäre auch, wenn man einfach durch die Horden sich unterhaltender Rand- und mitten in der Bahn-Steher hindurch schwimmen könnte. Ich frage mich oft, ob diese Leute irgendwann völlig aufgeweicht nach Hause fahren und sich so gut fühlen, wie man sich eben nach dem Sport fühlt: “Ich bin so fertig, bin schon wieder 5 Bahnen gestanden!

Aber ich schweife ab; jedem Tierchen sein Pläsierchen!

Konzentriert auf das beruhigende Brummen und Blubbern unter Wasser wabern meine Gedanken beim Schwimmen immer um irgendwelche Erlebnisse, Pläne, Aufgaben oder Ideen herum. Der Weg von “Oma” zu “Kuchen” war dabei nicht besonders weit –  Omas Kuchen. Zur Zwetschgenzeit, mit Kaffeedurst. Zwei Stunden später stand ich mit Traudel in der Küche, wo wir zwei etwas sehr, sehr leckeres zusammengebastelt haben. Anstatt mit Hefeteig machen wir unsere Variante lieber mit einem relativ festen Mürbeteig; das ist etwas weniger trocken und schmeckt hinterher einfach viel knuspriger. Obendrauf dürfen die Streusel natürlich nicht fehlen – verfeinert mit etwas Zimt runden sie den süß-säuerlichen Geschmack der Früchte wunderbar ab. Und das Beste: Der Kuchen ist so leicht zu machen und so schnell im Ofen, dass er locker “eben schnell zwischendurch” gebacken ist – und dafür schmeckt er wirklich grandios. Worauf warten wir also noch? Es geht los.

Von Null auf lecker in: ca. 90 Minuten
Und sonst? Schneidebrett, Messer, Rührschüssel, ggf. ein Handrührgerät mit Knethaken, Springform (Ø 26 cm)

Zutaten (für 1 Kuchen, Durchmesser der Springform 26 cm):

  • ca. 1-1,3 kg Zwetschgen (Pflaumen tun’s natürlich auch!)
  • 370 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 180 g Zucker
  • 1 Ei
  • 200 g Butter (davon 100 g kalt und 100 g weich)
  • 1 Prise Salz
  • 1 Päckchen Vanillinzucker
  • 1/2-1 TL Zimt (je nach Geschmack)

zutaten zwetschgenkuchen

1. Zuerst die Zwetschgen waschen, halbieren und die Steine entfernen. Backofen auf 160°C (Umluft) vorheizen. Dann in einer Rührschüssel 250 g Mehl, Backpulver, 100 g Zucker, das Ei, 100 g weiche Butter und Salz zu einem Teig verkneten. Das funktioniert am besten mit den Händen, da der Teig sehr fest ist und Knethaken nicht alle Zutaten erwischen – unsere jedenfalls nicht.

2. Etwa 2/3 des Teiges auf dem Boden der Springform andrücken. Den Rest häppchenweise zu kleinen Röllchen formen und diese dann am Rand festdrücken. Zwetschgen auf dem Boden verteilen. Wir haben sie im Kreis aufgestellt – das kann aber jeder so machen, wie es ihm gefällt.

3. Für die Streusel das übrige Mehl (120 g), den restlichen Zucker (80 g), Vanillinzucker, kalte Butter (100 g) und Zimt in der Schüssel miteinander verkneten. Auch hier bieten sich wieder die Hände an, da das Ganze gerade anfangs eine sehr harte Angelegenheit ist. Wenn alles gut miteinander verknetet ist, kann man sich für gröbere oder feinere Streusel entscheiden und diese dann auf den Zwetschgen verteilen. Kuchen für 1 Stunde backen und nicht vergessen, den tollen Duft zu genießen!

Fertig! Die Butter lässt sich in einer fettärmeren Variante auch durch Margarine ersetzen. Laktosefreie Alternativen gehen natürlich auch, ebenso wie glutenfreies Mehl, so dass auch Harald ein kleines Stückchen probieren kann. Hat man allerdings den halben Kuchen allein verschlungen, sollte der nächste Ausflug ins Schwimmbad eventuell nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen…schön ein paar Bahnen stehen! Frohes Nachbacken und Wegnagen :)!
zwetschgenkuchenTraudel liebt

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