Honigsüßer Ziegenkäse-Birnen-Flammkuchen

????????????????????????Würde ich gefragt werden, wo ich mich am allermeisten zuhause fühle, an welchen Ort ich die besten und schönsten Erinnerungen habe und wo ich gerne wieder leben möchte, wenn ich irgendwann mal groß bin, dann gäbe es für mich nur eine Antwort: Bonn! Die Stadt in der ich studiert und acht Jahre gelebt, geliebt, gelernt, gelitten, gefeiert, und – nicht zuletzt – gegessen habe, ist niemals müde geworden, mir neue Ecken, neue Geschichten und neue Gesichter zu zeigen und – vor allem und am allerwichtigsten – eine Art Heimathafen zu sein, in dessen Bahnhof ich im Laufe der Jahre gefühlte 5 Millionen mal eingerollt bin. “Endlich wieder frei atmen, endlich zuhause”, war das beruhigende Gefühl, dass mir bisher kein anderer Ort geben konnte.

Heute soll es jedoch nicht um meine zuweilen recht ausgeprägte Bonn-Sentimentalität gehen. Heute geht’s um Flammkuchen! Und zwar um einen ganz Besonderen, der mir nach einer Kindheit auf dem Dorf zum ersten Mal in Bonn begegnet ist – im damals noch originalen und u(h)rigen “Pendel“. Ich gebe zu, ich habe mich damals unfassbar mondän gefühlt, ungefähr so, wie als ich zum ersten Mal Sushi gegessen habe. Oder Coffee to go mit in den Hörsaal schleppte (zu meiner Verteidigung: Anno 2004 klammerte sich noch nicht jeder mit beiden Fröstelhändchen an einen überdimensionierten Soy Caffè Latte… wir hatten ja damals nichts…). Oder als ich zum ersten Mal Bubble Tea probiert hab (pfui!). Hach ja… man ist ja mit wenig zufrieden!

In besagtem Café-Bistro gab es wöchentlich Sonderkarten (die gibt es auch heute noch, allerdings an einem anderen Ort, in einem weniger schönen Haus – im alten “Pendel” findet man nun eine Filiale von “Hollister” mit halbnackten Bodyguards vor der Tür, ohrenbetäubender Musik die die ganze Vivatgasse beschallt und ab und zu sogar Seifenblasen, die aus dem Eingangsbereich heraus wabern. Na, wenn sich das mal nicht total gelohnt hat…), auf denen auch immer ein toller Flammkuchen zu Finden war. Eines schönen Nachmittags dann haben wir uns kennengelernt – der Flammkuchen mit Ziegenkäse, Birnen und Honig – und ich! Der Beginn einer bis heute andauernden Liebesgeschichte.

Batje, das kleine, holländische Käse-Ratje, ist ebenso verrückt auf diese leckere Geschmackskombination aus intensivem, herzhaftem Ziegenkäse, der leicht scharfen Zwiebeln, der fruchtigen Birnen und dem süßen Honig. Abgerundet wird das Ganze noch mit etwas getrocknetem Rosmarin. Welches Rättchen kann da an sich halten? Einzig und allein der Flammkuchenteig hat mich im Laufe der Jahre einige Anläufe gekostet – vor einiger Zeit habe ich jedoch endlich ein perfektes Rezept gefunden, und das ohne Hefe! Der Teig klebt nicht, er lässt sich prima  und einfach verarbeiten und wird im Ofen richtig schön knusprig. Und weil das Ganze einfach so verdammt lecker ist, Batjes Rattenschwänzchen sich vor Freude schon im Kreis dreht und seine Schnurrhärchen zittern, legen wir jetzt los!

Von Null auf lecker in: 40 Minuten (davon 20 Minuten im Backofen)
Und sonst? Messer, Schneidebrett, Backpapier, Rost/Backblech, Rührschüsseln, evtl. Handrührgerät mit Knethaken, Nudelholz (oder etwas anderes zum Ausrollen, z.B. einen hohen Kunststoffbehälter oder eine Flasche)

Zutaten (für 2 Flammkuchen):

  • 250 g Mehl
  • 125 ml Wasser
  • 2 EL Pflanzenöl
  • Salz, Pfeffer
  • 150 g Frischkäse
  • 50 ml Cremefine zum Kochen
  • 150 g Schmelzkäse mit Kräutern
  • 200 g Ziegenfrischkäsescheiben (Ziegenfrischkäse zum Streichen geht aber auch)
  • 2 rote Zwiebeln
  • 2 Birnen
  • 2 EL Waldhonig (flüssig muss er sein)
  • 2 TL getrockneter Rosmarin
Rechts im Bild etwas größer: Mein Nasenriesel-Salzschwein!

Rechts im Bild etwas größer: Mein Nasenriesel-Salzschwein!

1. Mehl, Wasser, Öl und 1 TL Salz zu einem Teig kneten. Zwiebeln schälen, halbieren und in dünne Ringe, Birnen in Spalten schneiden. Frischkäse, Cremefine und Kräuterschmelzkäse zu einer Creme verrühren und vorsichtig mit Salz und Pfeffer abschmecken. Hierfür kann man auch eine Mischung aus Schmand und Créme Légère nehmen, da sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Batje und ich mögen es eben ganz besonders käsig, und durch den Kräuterschmelzkäse erhält das Ganze eine besondere Würze. Wichtig ist nur, dass man insgesamt auf 300-350 g Creme kommt, um zu verhindern, dass einem der Flammkuchen später vor Trockenheit im Mund kleben bleibt.
batjerollt1 2. Backofen auf 250°C (Umluft) vorheizen. Flammkuchenteig in zwei Hälften teilen und jeweils auf Backpapier ausrollen. Der Teig ergibt zwei große, runde Fladen oder ein Blech. Wichtig ist nur, dass der Teig sehr dünn ausgerollt wird – nur so wird er nachher richtig knusprig! Flammkuchen mit dem Backpapier auf ein Backblech/Rost legen, mit der Creme bestreichen und mit Zwiebeln, Birnenspalten und Ziegenkäsescheiben belegen. Jeweils einen EL Honig darüber träufeln und mit Rosmarin bestreuen. 
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3. Flammkuchen nacheinander jeweils für 20 Minuten im Ofen backen. “Nacheinander”, weil sie meiner Erfahrung nach im untersten Bereich des Backofens am knusprigsten werden.
käääääse1 Fertig! Allein der Geruch, der die Küche erfüllt sobald die honigsüßen Ziegenkäse-Birnen-Flammkuchen im Ofen sind, ist das Backen wert. Man sollte Duftkerzen entwickeln, die danach riechen. Zumindest bei mir könnte man damit steinreich werden… Mit diesem Rezept hole ich mir regelmäßig ein kleines bisschen Bonn nach Hause – und dass es nebenbei noch soooo lecker schmeckt ist natürlich ein äußerst angenehmer Nebeneffekt! Batje und ich sagen: Frohes Nachkochen und Wegnagen :)! (KÄÄÄÄÄSE)
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2 comments

  1. Mitnager says:

    Dieser Flammkuchen ist soooo lecker… Batje und ich haben einen erlesenen Käsegeschmack, daher mögen wir so etwas besonders!

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