Grillauberginen mit Schafskäse

So liege ich nun mit meinem dicken Matschauge im Garten, genieße den Schatten, der an milderen Tagen ruhig Sonne sein dürfte, heute bei 32°C  aber genau richtig ist, und freue mich über ein aufblasbares Planschbecken mit 1,52 m Durchmesser, in dem der Mann und ich gedenken, später unsere warmen Astralkörper abzukühlen. Das haben wir heute Morgen in einem akuten Anflug von Hitzepanik im Baumarkt erstanden – und es hat bunte Fische drauf. Den “Hornbach”-Verkäufer haben wir sicherheitshalber in dem guten Glauben gelassen, in dem Kinderbecken nur “unser Bier kühlen” zu wollen: “Ja, genau. Ääääh… Danke, auf Wiedersehen!”

Einer der größeren Fische auf dem Beckenrand ist übrigens mit anderen Fischen gefüllt die Sonnenbrillen tragen, hat runde Fenster (!) die an Bullaugen erinnern und stößt hinter sich einen Schwarm kleiner Fische aus, so dass es ein bisschen wirkt, als sei er ein lustiges U-Boot mit Gesicht. Lustig, ja, und bunt. Und gruselig!

In derselben Sekunde, in der wir das Wasser ins Becken gelassen hatten, waren sowohl die Wasseroberfläche als auch seine Gummiwände mit einer zentimeterhohen Schicht “Birkenplättchen” (botanisch gesehen ist das sicher nicht der richtige Ausdruck, aber ich hab wirklich keine Ahnung wie die Dinger wirklich heißen) bedeckt. Außerdem ist das Wasser aus dem Kran im Keller eiskalt, so dass der Mann zur Stunde nur bis maximal zu den Knöcheln Abkühlung findet. Nach einer mutigen Knieaktion meinerseits haben meine Beine eine hellblaue Färbung angenommen.

Man merkt, wir üben noch, was den Kurzurlaub im eigenen Garten angeht. Eines klappt aber schon ganz gut: Grillen kann ich wie ein Weltmeister. Seit ich Anfang des Jahres jedoch aufgehört habe Fleisch zu essen, ist das Ganze ein kleines bisschen komplizierter geworden. Würstchen, Speckläppkes, Koteletts und fiese, fettige Grillfackeln gibt’s für mich nicht mehr – gut für mich und meinen Körper, gut für die Tiere, ganz okay auch für den Geldbeutel, aber zugegebenermaßen echt ziemlich doof für Menschen, die einen zum Grillen einladen und keine Ahnung haben, wie sie den beängstigenden, hungrigen Ausdruck anders als mit Brot und Salat aus meinen Augen vertreiben sollen. Aus diesem Grund habe ich mittlerweile einen ganzen Berg leckerer, vegetarischer Grillrezepte angesammelt. Eines davon möchten Harald und ich heute vorstellen – Grillauberginen mit Schafskäse und einer prima Minzsoße – für Fotozwecke zwar aus dem Ofen; allerdings hat der ja meist auch eine Grillfunktion, so dass das auch möglich (aber nur halb so lecker) ist. Und los geht’s:

Von Null auf Lecker in: 45 Minuten (davon 30 Minuten auf dem Grill)
Und sonst?
Messer, Löffel, Schneidebrett, Rührschüsseln, Grill, Alufolie

Zutaten (für zwei Portionen): 
Für die Grillauberginen

  • 2 Auberginen
  • 1 Schalotte
  • 2 kleine Tomaten
  • 100 g Schafskäse
  • 1 Knoblauchzehe
  • Salz, Pfeffer
  • 2 TL Kräuter der Provence (Kräutermischung)
  • 4 TL Pflanzenöl

Für die Minzsoße

  • 250 g Joghurt
  • 1 Prise Zucker
  • Salz, Pfeffer
  • 4-5 Blätter frische Minze (oder 1 EL getrocknete Minze)

1. Zwiebel schälen, die Tomaten waschen und alles mit dem Schafskäse in kleine Würfel schneiden. Die Auberginen waschen, das Grün am Ende abschneiden und Auberginen längs halbieren. Die Auberginenhälften mit einem kleinen Löffel aushöhlen und das Fruchtfleisch behalten. Hier muss man ein bisschen aufpassen – am Besten ist, man lässt einen ca. 1 cm dicken Rand stehen, nicht zu viel (wird gummizäh) und nicht zu wenig (suppt durch).
harald schritte2. Auberginenfruchtfleisch etwas klein schneiden und mit Zwiebel-, Tomaten- und Schafskäsewürfeln vermengen. Knoblauch dazupressen, Kräuter der Provence dazugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Nun die Auberginenhälften mit dieser Masse füllen (dabei nicht zu sparsam sein) und sie – falls sie auf dem Grill zubereitet werden sollen – jeweils in der Mitte eines großen Stücks Alufolie platzieren. Jeweils 1 TL Öl darüberträufeln, die Alufolie  gut verschließen und die vier Grillauberginen-Päckchen für 30 Minuten auf den Grill legen.

Sollen die Auberginen im Ofen zubereitet werden: Ofen auf 180°C Grill & Heißluft-Kombifunktion vorheizen (das ist das Ventilatorsymbol mit der gezackten Linie, die bei manchen Geräten aussieht wie drei Monsterzähne, oben drüber – das musste ich auch erst mal googlen). Auberginen auf mittlerer Schiene ca. 25-30 Minuten grillen und zwischendurch mal nach dem Bräunungsgrad des Käses gucken – da kommt’s immer drauf an, wieviel Wumms der eigene Backofen hat. 

3. Für die Minzsoße den Joghurt mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen. Minzblätter waschen, trocken schütteln, fein hacken und mit dem Joghurt verrühren.

Fertig! Ich versuch’s  jetzt noch einmal mit dem Planschbecken. Eines ist aber noch wichtig: Beim Auspacken der Alufolienpäckchen empfiehlt es sich, die Grillauberginen je nach Geschmack noch einmal mit Salz und Pfeffer nachzuwürzen. Der liebe Gemüse-Harald ist übrigens auch der Meinung, dass sie sich mit der frischen Minzsoße wunderbar ergänzen. Dem kann ich mich nur anschließen. Und nun: Frohes Nachgrillen und Wegnagen und Rumplanschen :)!

harald liebt1

2 comments

  1. Elisabeth 'Sperling says:

    Hallo Anna,

    dieses Rezept werde ich am 30.08. nachkochen. Es wird sicherlich gut schmecken. Allerdings mache ich es im Backofen (der Grill steht ja bei Euch – da soll er auch bleiben). Ich habe nämlich reichlich Minze im Garten, die noch abgeerntet werden muß.

    Liebste Grüße, Elisabeth

  2. Anna says:

    Liebe Elisabeth,

    na da bin ich aber gespannt – dann könnt ihr uns ja am Sonntag berichten, wie es geschmeckt hat. Ich habe die Auberginen letztens auch noch mal zum Grillen gemacht – leeecker :). Auch wenn es leider wahrscheinlich das letzte Mal in diesem Jahr war… Naja, dafür kommen bald die Kürbisse wieder :) … mmmmh!

    Viele Grüße
    Harald, Traudel, Batje & Anna

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