Glutenfreier, laktosefreier, außen knuspriger, innen dafür noch ein kleines bisschen flüssiger SCHOKOKUCHEN!

Ab und zu bekommt man Besuch, der hungrig ist, den man auch gerne bekochen oder bebacken möchte, der jedoch einige Inhaltsstoffe nicht zu sich nehmen darf und einen so vor eine kleine Koch- und Back-Herausforderung stellt. Ich bekomme solchen Besuch oft (und gerne!) von meiner Schwester, die schon seit ich denken kann auf Gluten und seit einigen Jahren auch auf Laktose verzichten muss. Obwohl die Supermärkte für sie mittlerweile endlich fast so viel hergeben wie für Menschen ohne Zöliakie, Laktoseintoleranz & Konsorten, fällt für sie die “Was koche ich denn nun?”-Überlegung gelegentlich etwas komplizierter aus als bei der Verpflegung von Allesmampfendürfern wie mir selbst.

In den Neunzigern mussten wir  all das was sie essen darf – spezielles Brot, besondere Nudeln, glutenfreies Mehl, Kekse, Kuchen und so weiter – noch aufwändig in verschiedenen Reformhäusern zusammensammeln. Diese befanden sich natürlich nie in unserer kleinen Stadt und jeder Einkauf war mit längeren Fahrten, Bestellungen und ab und zu auch etwas Frust verbunden (“Tut mir leid, das haben wir gerade nicht auf Lager! Das wird so selten gekauft und lohnt sich deswegen für uns nicht.”). Dank Diätwahn, Glutenverteufelung, veganer Welle und anderer Ernährungstrends der letzten Jahre findet sie nun sogar teilweise schon bei Discountern günstige Produkte – der ganze Gesundheits-Entgiftungs-Kohlenhydrate sind böse-Gluten auch-und Milchprodukte erst-Ernährungsdruck hat also zumindest in dieser Hinsicht etwas Gutes.

Bei ihrem letzten Besuch haben Traudel und ich ein Rezept ausprobiert, das ich schon lange in meiner “Muss ich mal versuchen”-Liste gespeichert hatte. Eines vorweg: Kalorien- und fettarm ist das Ganze nicht, dafür aber unglaublich schokoladig und garantiert innerhalb kürzester Zeit aufgefuttert; und das auch von “Ob das wohl schmecken kann…”-Kritikern, denen sonst innerhalb von Sekundenbruchteilen auffällt, wenn man Nudeln gegen die glutenfreie Variante ausgetauscht oder ausnahmsweise mal laktosefreie Milch benutzt hat. Prima Kuchen also – schlicht, einfach, und mit leicht flüssigem Schokokern

Leider ist mein Kuchen beim Transfer vom Backpapier auf die Tortenplatte aufgrund seiner äußeren Fluffigkeit ein wenig auseinandergebröselt. Unser Tipp daher: Den Kuchen auf dem Backpapier auf die Tortenplatte heben und das Papier danach um den Kuchen herum abschneiden. Das sieht zwar nicht so schön aus, aber dafür habt ihr statt eines Krümelhaufens einen hübschen, schokoladigen (Augen-)schmaus.

Von Null auf lecker in: 1 Stunde (davon 40 Minuten im Ofen)
Und sonst? Springform (∅ 26 cm), Backpapier, Topf mit Wasser, Schüssel für’s Wasserbad, große Rührschüssel, Handrührgerät

Zutaten (für 1 Schokokuchen, Durchmesser der Springform 26 cm):

  • 200 g laktosefreie Butter
  • 200 g Zartbitterschokolade
  • 200 g Zucker
  • 200 g gemahlene Mandeln
  • 4 Eier
  • 1 Packung Vanillezucker
  • 1/2 Packung Backpulver
  • 1 Prise Salz

1. Backofen auf 140°C Umluft vorheizen. Schokolade in Stückchen brechen und zusammen mit der laktosefreien Butter im heißen Wasserbad schmelzen. Dabei regelmäßig umrühren, bis eine cremige Masse entsteht. Währenddessen in einer anderen, großen Schüssel Zucker, Mandeln, Eier, Vanillezucker, Backpulver und Salz vermengen. Springform mit Backpapier auslegen oder mit laktosefreier Butter einfetten.
traudel kocht12. Schokoladen-Buttercreme kurz abkühlen lassen und zum Teig geben. Alles mit einem Mixer gut durchrühren. Hierbei kann man sich ruhig etwas Zeit lassen – der Teig sollte möglichst glatt werden. Dann alles in die Springform geben und im Ofen auf mittlerer Schiene ca. 40 Minuten backen. Schokoduft genießen nicht vergessen!

3. Den Kuchen nach Wunsch mit etwas Puderzucker bestreuen und servieren – vielleicht habt ihr mehr Geduld als ich und benutzt dafür ein kleines Sieb. Ich hab aber auch nichts gegen Puderzuckerbröckchen :).

Fertig! Eine Schokoglasur wäre für mich persönlich vermutlich zuviel des Guten – für die ganz harten Schokoholiker ist sie aber vielleicht eine Option. Seid aber gewarnt: Der Kuchen ist so schon oberschokoladig und ziemlich mächtig. Man kann sich nach zwei Stücken ziemlich genau vorstellen, wie dieser außerordentlich niedliche Herr sich wohl fühlen mag: Klick zum HÖRNCHEN-Content!

Traudel und ich gucken uns jetzt noch ein paar süße Bilder von Eichhörnchen im Internet an und träumen von unserem nächsten Kuchen…  Frohes Nachbacken und Wegnagen :)!
traudel liebt1

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